Corona-Mundschutz selber basteln

Schutzmasken helfen ganz sicher gegen die Übertragung der Corona-Viren – allerdings am besten die medizinischen Masken der Kategorien FFP2 und FFP3, die aktuell überall fehlen und auch dem medizinischen Personal vorbehalten sein sollten. Daher wogt nun weltweit seit Mitte März 2020 eine Diskussion darum, ob selbst gebastelte Masken sinnvoll sind. Immerhin hat Österreich eine Maskenpflicht beim Einkauf eingeführt, die deutsche Stadt Jena erwägt auch so einen Schritt. Da es die Masken gar nicht so ohne Weiteres gibt, müssen sich nun zumindest die Österreicher ihren Mundschutz selber basteln. Geht das überhaupt? Ist es sinnvoll? Welcher Anleitung zum Mundschutz ist zu vertrauen? Wir fassen die Fakten zusammen (und liefern eine vertrauenswürdige Anleitung zum Mundschutz)

Mundschutz selber basteln: Was bringt das?

Mundschutz selbst basteln Corona Virus

Erinnern wir uns heute, am 2. April 2020, an den Stand der Diskussion Mitte März: Damals äußerten sich führende Mediziner und das Robert-Koch-Institut unisono etwa in der Form, dass der selbst gebastelte Mundschutz nur ein Akt der Höflichkeit und Rücksichtnahme gegenüber anderen Menschen sei. Wenn man nämlich selbst infiziert wäre, würde man dadurch nicht so schnell seine infizierten Tröpfchen in die Umgebung abgeben. Man werde aber als gesunder Mensch durch den Mundschutz selbst keinesfalls geschützt.

Diesen Standpunkt hat das Robert-Koch-Institut mit Stand vom 2. April 2020 revidiert. Nun heißt es von den dortigen Fachleuten, dass ein Mundschutz durchaus auch seinem Träger etwas bringt. Denn infizierte Tröpfchen einer anderen Person gelangen natürlich nicht so schnell hindurch. Selbst ein Schal vor dem Mund sei eine gewisse Hilfe. Noch besser eignet sich ein selbst gebastelter Mundschutz, der relativ eng über Mund und Nase liegt, weil er über elastische Träger verfügt, die hinter den Ohren und/oder dem Kopf befestigt werden. Sein Material spielt ebenfalls eine Rolle.

Für den kurzen Gang in den Supermarkt oder die kurze Straßenbahnfahrt kann das durchaus ein brauchbarer Schutz sein. Wichtig ist nur zu wissen: Er ersetzt keinen zertifizierten Mundschutz der Kategorien FFP2 oder FFP3. Die Träger müssen alle sonstigen Sicherheitsregeln weiter einhalten – inklusive eines Mindestabstands zu anderen Personen.

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Bei welchen Bastelanleitungen ist Vorsicht geboten?

Bastelanleitungen  Corona Mundschutz

Es kursieren im Netz Bastelanleitungen mit Staubsaugerbeuteln und Kaffeefiltern. Einige „Experten“ gehen so weit, eine Faltanleitung für Küchenpapier zu liefern. Das hilft ganz sicher nicht sehr viel weiter. Doch es gibt auch seriöse Anleitungen, so von der Kreativmarke Burda Style, die als Material dichten Baumwollstoff empfiehlt, und auch von der Stadt Essen. Letztere Anleitung möchte ich gern veröffentlichen: Anleitung zum Mundschutz

Coronavirus: Baumwollstoff und Draht für den Mundschutz

Coronavirus: Baumwollstoff und Draht für den Mundschutz

Für den Behelfs-Mund-Nasen-Schutz werden benötigt:

  • Kochfester und durchlässig fester Baumwollstoff
  • Draht zum Fixieren im Nasenbereich (Basteldraht)

so heißt es IN DER ANLEITUNG. Die Maske besteht aus sechs Teilen: vier Stoffstreifen, einem Draht und einem großen Stofftuch.

Das Tuch, das über Mund und Nase gezogen wird, soll für die Atmung durchlässig sein und kann aus einer Stoffwindel, einem T-Shirt oder einem leichtem Baumwolltuch geschneidert werden.

Um die Maske herzustellen, brauchst Du außerdem:

  • Nähmaschine
  • Bügeleisen
  • Schere

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Die Maske richtig anziehen

Wenn wir uns nun einen Mundschutz selber basteln, müssen wir ihn natürlich auch richtig anziehen. Er muss den Mund und die Nase vollkommen abdecken. Es darf keine Lücken zwischen dem Tuch und dem Gesicht geben. Das untere Kopfband sitzt idealerweise im Nacken, das obere über den Ohren. Damit verrutscht der Mundschutz nicht. Mehr Hinweise liefere ich Dir unter maskeauf.de.

Allgemeines zu Schutzmasken

International sind verschiedene Klassifikationsbezeichnungen für Atemschutzmasken* üblich. In Deutschland und einigen anderen Ländern haben sich die FFP-Kategorien (für „Filtering Face Piece“) durchgesetzt, die für den Arbeitsschutz entwickelt wurden. Sie wirken zwischen FFP1 und FFP3 unterschiedlich gut gegen Partikel, darunter auch Viren.

FFP1 bietet den geringsten Schutz, der kaum über den einer selbst genähten Atemschutzmaske hinausgeht.

Gegen Corona relativ wirksam sind Masken der Kategorien FFP2 und FFP3. Sie schützen auch ihre Träger und nicht nur die Umgebung vor dem möglicherweise infizierten Träger. Zwischen diesen beiden Kategorien gibt es einen wesentlichen Unterschied:

  • FFP2-Masken haben kein Atemauslassventil. Ein infizierter Träger kann damit keine Viren in seine Umgebung blasen.
  • FFP3-Masken haben so ein Atemauslassventil. Sie schützen ihre Träger zwar am besten vor Viren und anderen gefährlichen Stoffen in der Luft, doch wenn der Träger selbst infiziert ist, bläst er seine Viren in die Umgebung.

Zu beachten ist hierbei, dass manche Online-Angebote FFP2-Masken mit Ventil offerieren, doch das ist im Sinne der offiziellen deutschen Klassifizierung falsch. Ebenso ist zu beachten, dass chinesische Masken als KN95 bezeichnet werden, was einfach auf einem anderen Zertifizierungsprozess in China basiert. Die KN95-Masken sind aber den deutschen FFP2-Masken sehr ähnlich. Es gibt international noch diverse weitere Bezeichnungen.

In Zeiten der Corona-Pandemie setzt die ganze Welt überwiegend auf FFP2-Masken bzw. ihre internationalen Pendants wie KN95. Damit deutet sich an, dass man Atemschutzmasken eher einsetzen möchte, um die Übertragung des Virus durch Personen zu vermeiden, die unwissentlich infiziert sind. Dennoch schützen natürlich auch FFP2-Masken den Träger selbst relativ gut.

Lohnt sich der Kauf einer FFP2- oder FFP3-Maske?

Es gibt Online-Angebote für diese Masken, die Lieferzeiten liegen mit Stand 2. April 2020 bei vier bis acht Wochen. Möglicherweise kommt schon vorher in Deutschland (so wie in Österreich) eine allgemeine Maskenpflicht beim Einkauf und überall, wo sich Menschen zu nahe kommen, also auch in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Arzt. Daher ist es sinnvoll, sich doch gleich selbst eine Maske zu basteln. Im

Übrigen sind natürlich FFP-Masken nicht absolut sicher. Wirkliche Sicherheit gegen Viren bieten Überdruck-Vollschutzanzüge, wie sie in Biolaboren getragen werden, in denen man mit gefährlichen Erregern experimentiert.

Es gilt daher: Ein selbst genähter Mundschutz ist besser als nichts. Er bietet dem Normalbürger einen gewissen Schutz, kostet sehr wenig und kann durch Auskochen lange verwendet werden. Für den kurzen Gang in den Supermarkt oder zum Arzt und für die relativ kurze U-Bahn-, Bus- oder Straßenbahnfahrt ist er möglicherweise derzeit die optimale Lösung. Das ist der Stand der Betrachtung Anfang April 2020. Die Lage kann sich natürlich ändern.

In diesem Sinne bleib gesund …

Autorin Kristin Ostheer-Suslik Beauty Seele.de

Autor: Kristin Ostheer-Suslik – Hey, ich bin Kristin und das Herz von BeautySeele, diesem Beautyblog. Es macht mir Spaß, schöne Texte und Anleitungen zu schreiben, um Menschen damit Tipps und Bewusstsein für Ihre eigene Schönheit zu geben.

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